Alle Artikel in: AAB_Künstler

Vanessa Niederstrasser

„Im Staat Niederstrasser bin ich frei das zu denken und zu tun, was ich will. Ich bin die alleinige Herrscherin dieses unbewohnten Staates. Ich bin die Königin. Niemand kann mich hier verurteilen oder mir schaden. Mein Staat nimmt im Geist Gestalt an mit Symbolen wie Sternen, Diamanten, Flaggen, Siegeln, Währung und Landkarten. So wie ich den Staat Niederstrasser bewohne, brauchen alle Frauen einen eigenen Staat, in dem sie sich von den Wunden der Ungerechtigkeit und Ablehnung heilen können. Solange es die Vorstellung gibt, dass Frauen zu verletzlich sind, um stark zu sein, dass sie nicht so fähig sind wie Männer, dass sie Bürger zweiter Klasse sind und nur dafür gut sind, Kinder zu gebären und aufzuziehen, wird dieser Zustand existieren. In meinen Bildern repräsentiert das Zusammennähen der beiden Stoffstücke die Heilung, die alle Frauen verdienen. Jeder kann seinen eigenen souveränen Zustand haben. In diesem Zustand können sie Freiheit und Frieden erleben, weil sie nur durch innere Regeln gebunden sind. Sich an unsere eigene innere Richtlinie zu halten, gibt jedem von uns die ultimative Autorität über …

Hiroyuki Masuyama

In seinen Arbeiten dokumentiert der Künstler Hiroyuki Masuyama eine visuelle Erinnerung der Zeit. Er setzt sich mit Raum, Zeit und Perspektiven auseinander. In Tokio begann er zunächst sein Kunststudium mit Malerei. Als er 1999 als Student an die Kunstakademie Düsseldorf kam und später zur Kunsthochschule für Medien in Köln wechselte, wählte er Video, Fotografie oder die Bildhauerei für seine Kunst. Bis heute entstanden große Fotoprojekte, die oft Jahre in Anspruch nahmen, so z.B. das Motiv Park: 1.4.1999-31.3.2000. Vom 1. April 1999 bis zum 31. März 2000, ging Masuyama  jeden Tag zur gleichen Tageszeit zu einem bestimmten Ort in den Hofgarten. Aus den resultierenden 360 Fotografien schuf er ein Panoramabild von einem einzigen Ort im Wandel der Jahreszeiten. Bei einem weiteren Fotoprojekt umrundete er in 40 Stunden die Erde und machte dabei alle 20 Sekunden ein Foto aus dem Flugzeugfenster. Daraus entstand ein Panoramabild von über 27 Metern Länge. Für seine Arbeit ‚Flowers‘ fotografierte er über mehrere Jahre eine Blumenwiese. In einer anderen Serie setzte er sich mit Klassikern der Kunstgeschichte auseinander: Im Frühjahr 2015 installierte …

Simone Karl

Die Erforschung der Beziehung von Objekten in unserer Gesellschaft. Die Arbeiten der Hamburger Künstlerin Simone Karl erforschen die Beziehung von Objekten einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft zu Produzenten, Konsumenten, Menschen, Räumen und der Umwelt. Sie beschäftigt sich mit einer Religion des Plastiks, die künstliche Gegenstände zu maximal begehrenswerten Lustobjekten werden lässt und im nächsten Augenblick wegwirft. Der Überfluss an Plastik und die ständige Neuanschaffung haben eine Schicht an Müll und Weggeworfenem entstehen lassen, die – ähnlich einer stillen Parallelgesellschaft – immer mehr ins Blickfeld unserer Zeit rückt. Rettungsanker Die Skulpturen, Installationen und Objekte von Simone Karl entwickeln sich aus den Spuren dieser Plastikgesellschaft. Sie emanzipieren sich und stehen dem Betrachter als raumgreifende Systeme in einem von ihren Erzeugern und einstigen Nutzern losgelösten Nachleben gegenüber. Ein unbelebter Gegenstand wird zu einem Organismus, dem etwas unangenehm Eigenständiges und Bewegliches anhaftet. Ein Zweitleben, losgelöst von Zweck und menschlichen Bedürfnissen entsteht und wird zu einem sich selbst reflektierendem System im Raum. Die Herkunft der verwendeten Objekte spielt dabei immer eine zentrale Rolle. Aufgewachsen in einer Familie aus traditionellen Handwerkern sind Material, Form und …

Kroko: Jutta Konjer Manfred Kroboth

Der andere Alltag. In Hamburg (2002 – 2012) lernte ich das Künstlerpaar kroko (Jutta Konjer und Manfred Kroboth) mit ihrem Hund Nike (später Fenja) kennen. Die drei waren eine untrennbare Einheit. Jutta Konjer ist eine Sammlerin von Dingen, die wir längst vergessen haben oder für uns nicht mehr von Bedeutung sind: Weggeworfenes stellte sie in einen anderen, in ihren ganz eigenen Kontext dar und erweckte diese Dinge dadurch zu neuem Leben. Das längst Vergessene wird  für den Betrachter wieder interessant. Manfred  Kroboth liebte hintergründige und humorvolle Gespräche, das Zusammensein beim Essen und die Kunst, Musik sowie die Philosophie. Jeder für sich, eine eigene künstlerische Persönlichkeit. Mit kroko haben sie eine weitere künstlerische Ausdrucksform geschaffen, ohne sich selbst und ihre Kunst dabei zu verlieren. Gemeinsam verwarfen sie selbstverständliche Konzepte für alltägliche Orte und Szenen und verschafften uns somit völlig neue Blickwinkel auf Gewohntes. „Sie haben Denkmälern zu neuem Leben verholfen, Sperrmüll zu Wohnraum umgedeutet und Landschaften als Kulissen für absurde Begebenheiten benutzt.“ * Im Jahr 2001 entstand zunächst eine analoge schwarz-weiß Serie, ein Spiel mit bekannten Denkmälern aus Hamburg. * …