Alle Artikel in: INTERVIEWS

* Patientenverfügung: Ein Austausch mit Nina Hagen.

Erst vor meiner 2. Gehirn-OP im Jahr 2011 hatte ich an eine rechtlich abgesicherten Patientenverfügung gedacht. Ich wollte endlich selbst bestimmen und die Verantwortung nicht mehr anderen überlassen. Als ich in der Nacht am 21. September 09 mit 44 Jahren über die Notaufnahme eines normalen Hamburger Krankenhauses ohne Untersuchung auf direktem Weg in der Psychiatrie landete, kam mir die Möglichkeit einer rechtlichen Absicherung gar nicht in den Sinn. Jedoch glaubte mir mit dem fetten Stempel Psycho auf meiner Stirn von diesem Tag  an niemand mehr. Es ging zeitweise so weit, dass ich kurz vor einer Entmündigung stand, weil ich die vielen Psychopharmaka verweigerte. Und nur durch einen Zufall entdeckte man drei Jahre später den Gehirntumor am Stammhirn, die Ursache für all meiner Symptome. Vor der ersten Gehirn-OP hatte ich schnell eine Standard-Patientenverfügung aus dem Internet erstellt, die rechtlich gar nichts absicherte, weil zu allgemein. Während der Zeit auf der Intensivstation, an einem  Beatmungsgerät hängend mit einem Körper, der nichts mehr konnte, entschieden deshalb über Wochen andere für mich. Wenn es richtig schlecht gelaufen wäre, hätten …

* Yoga ist eine Lebenseinstellung – Ein Gespräch mit Alex.

Erst im Mai 2019 begann ich mit Yoga und nahm bei Dir Einzelunterricht. Ich würde mich eher als eine Sprinterin bezeichnen, als eine Marathon-Läuferin, daher entschied ich mich von Beginn an bewusst für Yin Yoga. Während unserer Zeit habe ich verstanden, dass Yoga so viel mehr ist, als sich nur zu bewegen. Wenn man sich darauf einlässt, ist es eine Reise zu sich selbst. Mir begegnen bis heute immer wieder die Worte von Siddhartha Gautama Buddha: „Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten.“   Dank Deiner Unterstützung im Zusammenhang mit Yoga habe ich wieder zur körperlichen und seelischen Balance gefunden. Mich überrascht mein Körper immer noch, indem er mir zeigt, was er alles kann.    Was bedeutet Yoga für Dich? Für mich ist Yoga keine Praxis, die nur auf einer Matte stattfindet oder auf einem Meditationskissen, sondern eine Haltung dem Leben gegenüber. Es ist gerade der Alltag und kein gesonderter Zeitraum in dem Yoga für mich stattfindet. Das Kind braucht ja immer einen Namen und so sei der Name Yoga. Yoga bedeutet …

* Clownia: Den Menschen ein Lächeln auf ihren Lippen zaubern.

Ich traf mich für ein gemeinsames Gespräch mit Claudia, die 2009 die Diagnose Brustkrebs erhalten hatte und wollte von ihr wissen, wie sie es schaffte, damit umzugehen und später wieder ins Leben zurückfand.  Ich saß einer lebensbejahenden, tiefgründigen und humorvollen Frau gegenüber. Krebs kommt oft sehr leise und völlig beschwerde- und schmerzfrei daher. Man entdeckt einen kleinen Knubbel, das Blutbild stimmt nicht so ganz oder in der Vorsorge gab es Auffälligkeiten. Und dann BÄHM!, man wird im Hier und Jetzt mit Leid und Tod konfrontiert! Muss zukunftsweisende Entscheidungen treffen. Wie war es für Dich, als Du die Diagnose erhalten hast?  Für mich kam die Diagnose nicht wirklich überraschend, da ich durch meine Oma, Mutter und ältere Schwester erblich vorbelastet war und eigentlich immer mit der Angst gelebt habe. Meine Mutter verstarb an Brustkrebs, als ich nur 9 Jahre alt war.  Daher wusste ich, es kann mich treffen! Und ich wusste ungefähr, was auf mich zukommt, obwohl in meiner Kindheit alles andere als offen mit der Erkrankung umgegangen wurde. Macht es das Wissen darüber besser? Denkt man nicht doch irgendwie, der …

* Bloggerin Nicole: #Prinzessin uffm Bersch

Zu Beginn reagieren die meisten Menschen auf eine Krebsdiagnose mit Verleugnung: Das passiert mir hier nicht! Ich hatte mich dabei sogar umgedreht, weil ich dachte, hinter mir sitzt die Betroffene. Aber ich?  Um mich herum bildete sich eine große Schockblase, in der ich über Wochen ausharrte. Nichts war real. Mein Leben stand still. Ich hoffte, dass ich endlich aus der Erstarrung kam und mir mein  Gegenüber sagt: Alles okay, wir sehen uns in einem Jahr wieder. Wir gehen zur Vorsorge (uns wird von der Medizin versprochen, dann ist alles gut – wenn man nur regelmäßig zur Vorsorge geht), sind nervös, denken aber: Der Kelch geht an uns vorüber. Gehen erleichtert nach Hause, wenn der Arzt sagt, bei Ihnen ist alles okay. Und dann BÄHHMMM, steht ein Verdacht im Raum, der sich nach einem Untersuchungsmarathon bestätigt. KREBS! ICH! EINE TATSACHE! Nicole gibt auf ihrem Blog prinzessin-uffm-bersch.de, neben ihrer Geschichte anderen Frauen und Männern Raum für ihre Geschichten. So fühlt man sich auf der einen Seite nicht so alleine mit der Diagnose und auf der anderen Seite …